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Nach gethonem umbzug fieng der durnier an. Eß zugen alwegen zwen gegen einander mit beschloßenem helmlin, drugen durnierspieß. Die waren lang, ran, hatten zuvordrist runde isene zwingen. Wann sy biß an den schrancken, der überzwerch ufgericht war, gegen dem frauwenzimmer kamen, stießen sy nach gethoner reverentz die spieß dreffenlich und mit gwalt gegen einander, firnemblich gegen helm und kragen, domit es hafte und ausweiche, und das zum dritten mol. Wer am mesten uf dem anderen spies zerbrach, hatt die eer. Dan so einer brochen, man gleich mit anderen do war. Darnoch zugeu sy die durnierschwerter, sindt dick, stumpf ze? vordrist und an der schneide; die schlachen sy mit aller macht uf einander, ein ieder fünf streich seiner Widerpart uf den helm, auch etwen bysits. Wer am meisten schwerter verschlecht, das die verspringen, hatt das lob; dan man auch gleich, so eins bricht, andere gibt. Zwen sindt by ieder partei, welche fridt nemen, dan sy etwan erhitzen, nit nachlaßen wellen, wie der hertzog oft gethon.

Solcher gestalt fiengen an turnieren erstlich des hertzogen sun mit dem iungen von Lünenburg, darnoch der hertzog von Wirtemberg, sampt seinen zwey grofen zu Eberstein und Thübingen iniesten, die anderen all beston, kam altzeit einer nach dem anderen herfir. Letstlich theilt sich der gantz hufen in zwen theil zugen, in zwen und zwen glideren am schrancken gegen einanderen scharmützleten fast eine halbe stundt, nachdem sy die spies gebrochen mit den schwerten. Der zerschlugen sy vil ob einanderen, das der gantz blatz vol stuck lag, ließen nit nach biß sy gar ermiedet waren, gab ein groß getöß. Darzu schlug man altzeit lermen und versach man sy altzeit mit nüwen weren, biß man retraide schlug und fridt nam. Da zoch ein ieder seiner zelten zu und dar noch in der ordnung, wie sy ufzogen wider ab. Nach dem nachteßen und gethonem dantz, gab man die danck uß mit gleichen cerimonien, wie im vorigen ritterspil danck uß getheilt wardt.

This is a report from a tournament on foot that took place on in 1596. The description above is dated to the 11th May of 1596 in Felix Platters diary. In the year 1596 he was invited to Stuttgart to the baptism of August of Würtemberg. The young prince was born at 24 Jan 1596 and died 21 Apr 1596. A Fechtschule was part of the festivities on the next day (see 1596 Fechtschule in Stuttgart – accident report).

Another  tournament in 1596 was part of the festivities to the baptism of Princess Elizabeth of Hessen-Kassel, first-born daughter of Landgrave Moritz of  Hessen, Count of Katzenellenbogen, and Nidda Ziegenhain in Kassel. These festivities are dated to the  24-28th August 1596.

If we combine the description of the tournament in Stuttgart and the rules and  pictures of the tournament in Kassel ( found in the BSB Cod.icon. 27-1) we get a complete picture of such a “knightly foot tournament” at the end of the 16th century.

This picture is showing absurd rules where the aim of the fighters is to present powerful thrusts and strikes on the armor of their opponent while not showing any fear or weakness when the turn is on the opponent.

The translation of the description

After the parade was done the tournament started. All the time two combatants went together with closed helmets carrying tournament  spears. The had been long, thin, and had two round iron cramps on the top. When the came to the barriers, which where erected crosswise, after the payed reference to the women, they rammed the lances splendidly and with force against each other, primarily against helmet and collar {gorget}, so that it stick and bend, and that for three times. Who cracked the most lances on his opponent won the honor. If one was broken, they had another at the hand.

After that they drew the tournament swords, they were thick, blunt on the point and on the edge; they bashed them with all their might against each other, each one five strikes on his opponent, on the helmet and eventually on the side. Who broke the most blades, such that they shatter, won the praise; as soon as one broke, a new one was reached. Two been of each party, who made a pause, when the got heated, that they did not cease, as the Duke did often.

That way the tournament was started by the Duke’s son against the young of Lünenburg, followed by the Duke of Württemberg, together with his two Counts of  Eberstein and Thübingen, they others stood ready, they came one after the other forward. At least the whole crowd was divided in two squads and two rows at the barriers skirmishing each other for nearly half an hour, after braking the lances with the swords. Of that they shattered a lot, that the whole place was full of pieces. They did not stop until they were entirely tired. It was a big crash. They bashed always with a  a lot of noise and they were provided with fresh weapons all the time. Until they retreated and took peace. Then everybody went to his tents and after that they withdrew in the same order as they had come. After the evening meal and the dancing, the rewards (cheers) were given with the same ceremonies as the day before in the knightly tournament.

The rules

Erstlich sollen alle Thurniersgenossen, die sich in diesem ausgeruffenen FußThurnier gebrauchen lassen wollen, von adelichen Geblüt erborn und herkommen, mit ihren Kürissen dermassen gerüstet und angethan sein, wie im FußThurnier üblich und gebreuchlich ist, unnd soll keiner auff seinem Helmlein ein pausch oder andere ungebührliche vortheil ausserhalb einer schifftung, deßgleichen keine geschlossene Handtschuh gebrauchen.
Zum andern sol keiner kein andere Spieß oder Schwert gebrauchen, dann wie die ihnen von den Herrn Iudicirern zugestalt werden.
Vors dritte, soll ein jeder Thurniersgenoß mit dem Spieß nicht mehr dann drey stösse, und mit dem Schwerte fünff streiche gegen seinem widerpart volnbringen, was aber daruüber geschicht sol nicht passiret werden, ausserhalb der volge.
Die Kürisser sollen in der ordnung, wie sie auffsziehen nacheinander Thurnieren.
Und dieweil alls stösse und streiche, mit dem Spiesse und Schwert, nach dem Kopfe, als dem edelsten theil des Leibes, gerichtet werden und geschehen sollen, so sol der keinen Danck verdienen, der seinen Speß nicht mit einem freyen stosse bricht, sonder im zulaufen nur dei Arm am Leib behelt, und seinen Spieß mit auff oder niederschwencken, oder mit schrencken an seinem gegentheil brechen wirdt.
Welcher den andern unter den gürtel stösset, der soll keinen Danck verdienen.
Wer seinen Speß im ausstossen oder in dem schranck bricht, oder die schrancken mit dem Spiesse vor dem brechen berühret, deßgleichen auch mit dem Schwert, sol in diesem Ritterspiel keinen Danck verdienen.
Ein jeder sol sein Schwert ohne gehülffen selbst gewinnen und außziehen.
Wer sein Schwert mit beyden feusten zu gleich brauchet, oder die Handt auf den schrancken leget, sich damit zu behelffen, sol keinen Danck erlangen, aber mi den Henden ein streich abwechseln sol erlaubet sein.
Die sich so alzu nahe an schracken thun, daß sie denselben mit dem Leib berühren, oder alz weit darvon stehen, dann sich gebüret, wann sie ihre stiche oder streiche vollnbringen sollen, wie die noturfft erfordert, sollen oh[n]e Danck abziehen.
Welcher mit beyden schenckeln zurück tritt, oder den Kopff unn den Leib zurücke zeucht, als fürchte er sich, unnd wolte dem stich oder streich weichen, der sol keinen Danck verdienen.
Wer mit dem Schwert mit der flache schlecht oder dergleich dasselbig zerschlüge, sol keinen Danck darvon haben.
Wer dem andern in sein Schwert platzet oder helt, unnd dem andern seine streiche außfenget, der mag diesen tag keinen Danck verdienen.
Wer seinen Spieß oder Schwert verleuret, fallen lesset oder hinweg wirffet, dem sol kein ander Wehr gegeben werden, wenn er aber seinen Spieß oder Schwert an seinem gegentheil breche oder zerschlüge, dem sol ein andere gegeben werden, damit er seine stösse und schlege vollnbringen möge.
Wer mit dem Spieß oder Schwert zur Erden gestossen oder geschlagen wird, der sol diesen tag ferner zu Thurnieren nicht zugelassen: Es sol auch deme, der zu boden gestossen oder gefallen, alle vorige erlangte stlösse und Schwertstreiche nicht zugeschrieben werden, noch ichtes was gelten.

Was in diesen Articulen nicht begriffen, daß sol bey der Iudicirer erkenntnuß sthen.

Verordnung der Däncke.
Weil auch die Däncke darumb bedacht sein und ausßgetheilet werden, daß diese Thurniergenossen dadurch desto mehr ursach und anreitzung haben, sich einer vor dem andern herfür zu thun und ritterlich wol zu halten, so seindt nachfolgende Däncke verordnet, welch nach erkentnuß der verordneten Richter, zu seiner zeit außgetheilet werden sollen.
Der Erste Danck: wer in den dreyen obgemelten stössen mit den Spiessen, die mehrern am höchsten und zierlichsten mit einem gewaltigen stoß brechen wirdt, soll nach erkandtnuß der Richter, den Danck mit Spiesse haben.
Welcher nun in den fünff streichen am tapffersten und gewaltigsten schlagen wirdt, dem sol nach erkendtnuß der Richter der Danck mit dem Schert gegeben werden.
Welch in der Volge mit dem Schwert am tapffersten und zierligsten schlagen wirdt, der sol den Volgedanck verdienet haben.

These are the rules of the tournament, that had been printed and collected in the BSB Cod.icon. 27(1).

Translation of the rules

Firstly all tournament comrades, who want to take part in this proclaimed foot-tournament must be from noble birth. They should enter with their armors of that kind, armored and dressed, as it is common practice in foot-tournaments. And nobody should have a puff or any other improper asset on his helmet, except for a shifting. Likewise nobody should use a closed gauntlet.

Secondly no one should use a lance or sword, that has not been approved by the referees. Thirdly must each tournament comrade do no more than three thrusts with the lance and with the sword five strikes against his opponent. What is done more than that, should be ignored, out of turn.

The armored fighters should tourney in the order of the parade one after the other.

And because all thrusts and strikes with the lance and the sword should be aimed and executed to the head as the noblest part of the body, no one should earn any reward, who does not break his lance with a free thrust, but holds his arms next to the body while running against each other,  or who does break his lance entangling his opponent.

Who thrusts his opponent below the belt, shall have no reward. Who breaks his lance on redrawing or on the barriers, or strikes the barriers with the lance before it’s breaking (the same applies to the sword), shall have no reward in this knightly game

Everybody should take and draw his sword without a helper. Who uses his sword with both hands, or puts a hand on the barrier to help himself, shall have no reward, but changing the hands while striking is allowed.

Those who get so near to the barriers that their body touches it, and those who stand too far away from it, not as is right and proper, when they should perform their thrusts and strikes as required, shall withdraw without reward.

Who steps back with both legs or redraws head and body as in fear, and wants to dodge the thrust or strike, shall earn no reward.

Who strikes with the flat of the sword or breaks it that way, shall have no reward for it.

Who bolts into the sword of the opponent or holds it, and who picks up the other’s strikes, shall earn no reward on this day.

Who loses his lance or sword, drops it or throws it away, shall have no other weapon. But who breaks his lance or shatters his sword on his opponent, shall be given a new one, so that he can accomplish his thrusts and strikes.

Who is pushed with the lance or stroked with the sword down to earth shall not be  permitted to continue the tournaments on this day. He, who had been pushed down or had been fallen shall not have an account of his thrusts and sword strikes, they do not count.

What is not included in this paragraphs, is in the authority of the referees.

Regulation of rewards

Rewards are considered and given, such that the tournament comrades have more reason and encouragement, to distinguish themselves and stand well as knights. The following rewards are provided, which shall be handed out by the judgment of the referees at the given time.

The first reward: who will have broken the most lances, in the above mentioned three thrusts with the lance, each with a single artful and powerful thrust  according to the judgement of the referees, shall have  the reward in the lance.

Who in the five strikes will have cut most brave and powerful, according to the judgement of the referees shall earn the reward in the sword. Who is the next in striking brave and powerful, shall have the second reward in the sword.Used book on this posting

Books used in this article

(1) Thomas Platter und Felix Platter, zwei Autobiographieen: ein Beitrag zur Sittengeschichte des XVI. Jahrhunderts,  Thomas Platter, Félix Platter, Seul und Mast, 1840
(2) BSB Cod.icon. 27(1) – transcription done by me