Tags

,

The following open letter was made for the Marxbrüder Meister Ludwig Stolle of Mainz listed in the The Marxbrüder chronicle from the Cod.I.6.2o.5 for getting his Master tittle in 1532. The letter was given by Albert of Prussia (17 May 1490 – 20 March 1568), the last Grand Master of the Teutonic Knights, who after converting to Lutheranism, became the first monarch of the Duchy of Prussia. Like many others of the Marxbrüder Ludwig Stolle was a furrier in his trade and the allowance of Duke does not only make master Ludwig the fencing master for his lifetime at the court but he makes him a court furrier. The letter garantees him to conclude his trade and earn some more money. Furthermore Ludwig got a yearly salary of 20 Mark, yearly a new a costume equal to that of a court servant, and a flat in the (probably former) infirmery to live in.

Ludwig must have been an extraordinary fencing master because the Duke was very eager that the master would not tell anybody else the secret knowledge of his martial art. He was allowed to teach the “gemeinem Fechten”, the common fencing, to the young knights send to him by court. But not the secretes. He was even forbidden to use these secret tricks in a fight, so that nobody could spy them. To make that possible he was excluded from the ritual and common challenge by other masters. No other approbated master or travelling master was given the right to challenge him or call for a fight and train event “Fechtschule” without the OK from Ludwig Stolle.

Bestallung Meister Ludwigs Fechtmeister, Actum Neuhausen, den 30. Juni 1544

Von Gottes Gnaden Wir Albrecht Markgraf zu Brandenburg in Preußen cum titulo. Nachdem uns auf unser ansinnen und begehren der Ersam unser Fechtmeister und lieber getreuer Ludwig Stolle von Melnz in ezlichen sonderlichen stücken der Ritterlichen Kunst berichtet, sich auch in solcher Berichtung dermaßen erzeigt, darob wir eine gnedige gebürende erstatzung zuzhun gnediglichen verheißen und zugesagt, Damit wir aber nun feine Kunst vollends an der Hand behalten er auch feiner Gutwilligen underthenigen berichtung umb sovil mehr zu genießen, So bekennen wir und thun kundt gegen Jedermenniglichen dieses unser offenen brieffs ansichtigen, Insonderheit aber den es zu wissen von nöthen, das Wir bemelten Ludwigen Stollen von Meintz volgender gestalt zu unserm bleibenden Diener und Fechtmelster beredt bestelt und angenommen haben, bestellen und nehmen Inen auch hiemit und in crafft diese unser Brieves dieser maßen an, Also das er die tag seines Lebens unser bleiblicher Fechtmeister sein, unsere Schule halten und die Jugent die wir Ime bevelhen in gemeinem Fechten underweise, dieselbe sonderliche Kunst so er uns berichtet bei sich behalten und sonsten niemandten weder umb gelt, geldes wert, gunst oder ander willen, ohne unser vorwissen und zulassung underweisen, vertrauen noch offenbaren solle. Ueber da wollen wir Ime über seinen willen auch keine andere Dienstbarkeit auflegen, Es were dann do uns Kriegsgescheffte fürfielen und wir Inen neben andern für einen Drabanten gebrauchen thetten, solde er sich in der Besoldung wie andere treulichen brauchen zu lassen, und sich sonsten in allem seine höchsten Verstandes und vermögen unsern frommen, ehre, gedey, Nutz und bestes zu fürdern, schaden und nachtheil zu wenden verpflicht und verpunden sein.
Ferner wo etwan andere Fechtmeister oder freifechter ln unser Hof kemen und schul halten wollen, solle keinem die schule, er habe dann Inen al unsern Fechtmeister zuvor darumb besprochen, zugelassen werden, Inen aber für fein Person wollen wir hiemit vermittels diese unser Brieves gefreiet haben (wie ohne da die meister des Schwert mit kayserlich Privilegien nottürfftig versehen) da er sich mit keinem (sovern er nicht mit gutem eigenen Witten thut) wer der auch sei und an Ine keme umb die Schule, schlahen oder fechte dorffe. Geschehe es auch, das Ime Leute die schlecht fechten, umb gebürende vergleichung von Ime zu lernen gedechten fürstießen, wollen wir Ime dasselbe nicht gewehret, sonder allein die sonderlichen stück die er uns bericht, bei Ime behalten haben. Dagegen und umb solches seiner Dienstbarkeit willen sollen und wollen wir unsel erben, erbnehmer und nachkommenbe herschaft offtgenanten Ludwigen Stolle von Meinz die tag seine Leben Jerlichen und ein Jdes Jar besonder Zweinzig Markl jhe zweinzig groschen preusch ganshaftiger möntz für eine Mark gerechnet, deßgleichen ein gewonlich Hofkleid, wie unsern Edelleuthen auß unser Rentcahmer nebene dem tische zu hove auch bei unfern Edelleuthen und freier Wohnung ln der Obern Firmaney an der Eck gelegen, darynncn etwan unser Zeugschreiber der Schaff gewont, über das was wir Ime von seine Kunst die er uns berichtet zu geben zugesagt, gnediglichen geben und reichen lassen und umb noch merer gnediger erzeigung willen auch zu bessermseinem Underhalt haben wir Ime unsere Hofkürschnerei, daß er dieselbe arbeit, wie sie zuvorn andere unsere Hofkürschner gehabt haben, sollen zugesagt. Alles treulichen und ohne geverde. Zu Urkunde haben wir diesen Brief mit unserm Secret wissentlich becsiglen lassen und geben zu Neuhausen ut supra

princeps audivit
B. Gans

 

Sources and books used in this article:
Neue preussische Provinzial-blätter, Bände 3-4,Tag and Koch, 1859